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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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101
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und Homilieu. i'oi

.ckelt werden; ist nicht diese Nakurordnung Gottesselbst der reichste und lauteste Aufschluß? Unsrearme Erdentwicklung , wie langsam, zweideutig undgefährlich ist sie! wie wenig will sie sagen! EinLebensalter zerstört, was das andre gebauet hat: eineentwickelte Kraft der Seele schwächt die andre; undwas findet sich am Ende oft mehr zerstört, als dieTugenden des Kindes, die Fähigkeiten des Himmel-reichs: Einfalt und Unschuld ? Siehe darum brichtGott seine liebsten, besten Rosen früh: eh' sie dieHitze des Tages gebeugt, eh' sie der Sturm ent-blättert, eh' sie der Wurm zernagt hat. Er wirdhin ge rückt, sagt das Buch der Weisheit, da-mit die Bosheit seinen Verstand nichtvcrkeh re, noch falsche Lchresieine Seelebetrüge. Seine Seele gefället Gottwohl, darum eilet er mit ihm aus dembösen Leben.

O kennten wir den Umfang, den Zusammen-hang dieses und jenes Lebens wie freundlichund gesellig würden wir die Grenzen beider in ein-ander fließen sehen! wie würden wir gewahr wer-den, daß , in welchem Lebensjahr, auf welcherStufe , unter welchen Umstanden ein Mensch vonhinnen ziehe, er immer den leichtesten, für ihnschönsten Ucbergang habe. Gott muß auch unschul-dige Kinder, er muß viel unschuldige Kinder injener Welt brauchen: denn er reifet so viele zu sich.Ja, wie sollte er sie nicht brauchen, da ihre Seelenoch unbefleckt ist, und er die ganze unberührteKnospe ihres menschlichen Daseyns itzt in seinemschönen Garten, unter mildern himmlischen Lüften