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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Seite
98
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Christliche Rede»

höhere und festere Lebens-Alter stehen mir bevod,wenn ich mich in diesen den Jahren der Kindheitund Unvollkommenheit recht geübt habe! DarumIst alles so unvollkommen um mich her, wie ich csselbst bin; alles soll mich erinnern, dass ich hiernur aus der Reise bin, und nicht in meiner Hei-mat!), dass ich hier nur Kind bin, und suchen sollein Mann zu werden. Sehe ich die Erde für mei-nen ewigen Wohnsitz, für das Haus meiner Be-stimmung und Glückseligkeit än; was thäte ich an-ders, als ich verewigte unglücklicher Weise meineschwache und unvollkommene Kindheit! Kannst dudir einen Wunsch, einen Zweck, eine Glückseligkeitdenken , die irdisch und zugleich ewig, von unsterb-lichem Genuß, von unendlicher Dauer wäre? Giebdem Eiteln sein Spielwerk, Und gieb cS ihm ewig.Du hast ihm eine ewige Qual gegeben, die ihm inKurzem selbst eckelt. Verewige die Wünsche des Rei-chen, des Geizigen, des Unterdrückers , des Wollüst-lings ; du hast ihr Unglück verewigt. Der armesatte Wollüstling stößt den Becher der Freude vonsich und spricht: mir eckelt!

Aber was in mir Gottes-Natur ist, ist, wieGott, mein Vater, unsterblich. Meine Seele istseine Tochter, und was ich in sie von himmlischenTugenden pflanze, das blühet im Himmel, das istüber alle Veränderungen des Erdenschicksals erhoben.Weisheit und Güte in mein Herz gepflanzt, sindeines unendlichen Fortganges fähig, sind Keime vonunsterblichen Früchten. Eben weil ich hier nur nochein Kind bin, muß ich ein Mann werden; weil ichso gar wenig bin, werde ich noch viel sepn; alle