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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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94 Christliche Reden

Borsätze des menschlichen Herzens, denen wir mitjedem Gedanken Ewigkeit wünschen: das Schicksalschont sie nicht, cs hat auf ihre Erhaltung nicht ge-rechnet. Der Erfinder, der in wenig Jahren fürJahrhunderte erfunden hatte, muß weg, und diegedankenlose Heerde, deren tausende nicht wertst schie-nen, sein Leben zu kaufen, bleibet und weidet sicher.Der alte Regierer der Welt scheint unsrer Weisheit,unsrer Erdenewigkeit zu spotten, und spricht zu unstäglich:arme Menschen, ich habe nach eurer Weis-heit nicht gerechnet."

4. Ja endlich, wenn cs auch das Herz angreift,wenn er die zartesten Bande der Liebe, und derFreundschaft, aller Erdenverbindungen und Erden-verhaltniffe, die uns doch nach aller Aussicht, nachallem Gefühl, die reinsten, wahrsten Zwecke unsrermenschlichen Bestimmung scheinen, und denen wirdeshalb so gern Ewigkeit wünschen wenn er auchdiese nicht schont, sondern Herz von Herz, Seelevon Seele, so frühe, so blutig wegreißt, daß auchdem Ueberbleibenden sein Herz, sein Leben geraubtzu seyn scheint, was sollen wir dann sagen?Mit zerrissenen Herzen stehn wir da und weinen undschlagen die Augen nieder. Gibt cs ein Band hie-nieden, das reiner, das wohlthatiger, das göttlicherwäre, als das zwischen Eltern und Kindern? unddoch, welches Band der Herzen wird oster, wirdschmerzlicher zerrissen als dieses ? Eltern werden ihreKinder geraubt, oft ihre liebsten Kinder. Das Schick-sal wollte ihnen zeigen, daß das, was sie am. eigent-lichsten ihr nannten, nicht das Ihre, daß es ih-nen nur geliehen^ und gleichsam vergönnet sey, daß