und Ho milien.
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die zartesten, hoffnungreichsten Blüthen. Es ist jabeinahe ein Sprüchwort geworden, daß alles Liebli-che auf unsrer Erde nur kurz dauern müsse, unddaß die zarteste Blume immer am ersten welke. Kin-dern von ausnehmenden Anlagen, von vorzüglichschöner und früher Bildung weissagt man selten einlanges Leben, und bei Jünglingen, bei Männern bleibtimmer dasselbe Vcrhaltniß Die edlere, überschwenglicheSeele wird bald ihrem irdischen Körper zu mäch-tig ; ihr himmlisches Feuer zehrt die niedrige Hülleauf, und der höhere Geist, der sich hier überall alsFremdling fühlt, verlaßt auch bald diese Fremde,und sucht seine himmlische Heimarh.
3. Noch sonderbarer, daß bei diesem großenNaturgesetz auf keine Erdcnzwecke gerechnet wird,wenn sie uns auch die wichtigsten, die nokhwendig-stcn schienen. Ein Mensch, den jedermann für äu-ßerst nützlich und unentbehrlich hielte, von dem je-dermann glaubte, daß sein Leben, wenn es nochwenige Jahre wahrte, auf Jahrhunderte wirkenmüsse, dessen Verlust also Verlust für tausende ist,und vielleicht auf lange Zeiten ein uncrsetztcr Ver-lust seyn wird; ein solcher Mensch, den die Natur-eigen zu seinem Werke gebildet und als einen lieb-reichen Menschencngel hieher gesandt zu haben schien— sie rufet ihn weg bei unvollendetem, bei halb-vollendetem Werke, und ein andrer kommt, undzerstöret dasselbe. Wittwen und Waisen weinen umihn, aber das Schicksal hört nicht ihre Thranen: erist hinweg, und kommt nicht wieder. Er mußtefort, und die unnütze Last der Erde bleibt. Diegrößten Werke des menschlichen Geistes, die edelsten