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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
Entstehung
Seite
92
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Cr kommt in dir Welt, und weiß nicht, wem indir Arme ? in welchem Stande? zu welchem Zwecke?ob er erwartet oder gesehener, gehofft oder gefürchtetwerde?- Eben so wird er abgerufen, und weißnicht, wann seine Zeit kommt? Im Rathc derWächter ists beschlossen, aber er hat diesen Mathnicht gehört; er weiß auch die Umstande nicht, ken-net den Wind nicht, der sein Schiff hinwegtrcibenwerde? Oft ist die Quelle des Lebens sein Tod,sein Komme» muß Weggehen werden.

Das menschliche Geschlecht ist eine Art von Wan-derern , von ziehenden Vögeln: es ist immer aufder Reise, immer im Zug. Seine Kette ist nieganz; sie bricht und erneut sich jeden Augenblick ineinzelnen Gliedern. Wir kommen und gehen, sindund sind nicht mehr; auch keine kleine Gesellschaftist in kurzer Zeit dieselbe. Der Planet, auf demwir wohnen, ist nur ein Ruheplatz, eine Wander-statte; wir fliegen hinan, und fliegen weiter: woist unsere Statte?

2. Noch sonderbarer, daß die meisten Wandreroffenbar bestimmt scheinen, nur kurze Zeit aus dem-selben zu weilen. Die meisten Menschen sterben alsKinder, nur ein Ausschuß kommt in die höhernJahre, und abermals nur ein kleiner, sehr kleinerAusschuß kommt in die höchsten Jahre des kurzenflüchtigen Crdelebens. Die Natur ist so reich, sietreibt eine solche Menge von Blülhcn hervor, daßsie sie im kleinen Bezirk dieses Crdelebens nicht allezur Reife zu bringen Raum hat. Die meisten zeigtsic nur, und nimmt sic wieder.

Und gerade sind die, die sic nimmt, meistens