und Homilicn.
denen Schattens, in denen uns die Natur jährlichund täglich die Nichtigkeit unsrer selbst lehrt. Erenthalt aber auch den Trost darüber, den großenAufschluß, daß auch hier sich Weisheit und GüteGottes zeige. Auch dem flüchtigsten Schatten vomMenschenleben habe Er das Ziel gesetzt, das diesererreichen muffe, daß er nicht übergehen werde. Las-set uns beides in dieser Stunde betrachten: zuerst
die Klage Hiobs über die Nichtigkeit unsers Lebensselbst, und sodann den Ausschluß und Trost darüber,daß auch hier Weisheit und Güte Gottes sich of-fenbare.
i. Allerdings ist es sonderbar und verwirrendfür den Menschen, daß so viel Dunkelheit auf demWege seines Lebens liegt, daß über den Ursprung,die Dauer, den Ausgang desselben die Dunkelbeitsich am meisten hauset; daß er mit so viel Gabenund Anlagen hicnieden ein so flüchtiger Schatte werde.Ewigkeit liegt in seiner Seele; und alles um ihn,er selbst ist so nichtig, so vergänglich! So weise,so mächtig und allgewaltig er sich dünkt, daß ersein Leben in seiner Hand zu haben, den Gebrauchdesselben sich überlassen glaubet; so wenig ist erdoch Herr seines Lebens, so wenig ist er doch Rath-geber desselben gewesen. Ec kommt und weiß nichtwoher? er gehet hinweg und weiß nicht wobin? ja,er weiß nicht einmal, wann er kommt? wann ergehet? Eine unbekannte Stimme rief ihn von ei-nem unbekannten Ufer, und wirft ihn auf ein Meerhin, wo er noch weniger Weg und Anfuhrt kennt.