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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Christliche Reden

und stille verborgen: man hört nicht den Tritt sei-nes Kommens, aber man steht, wo er ging undwie sein Fußtritt hinter ihm glanzet; gewiß istsalso mit seiner Vorsehung über das Leben derMenschen.

Sie ist da, unzweifelhaft und gewiß da: seineHand ists, die sie, wie jener Psalm sagt, im Ver-borgenen wie in der Tiefe der Erde, schauerlich wunder-bar bereitet, und wie er dorr bei der ersten Menschschö-pfung mit sich zu Rathe gieng und überlegte, so-dann den Abdruck seines Bildes mit Händen derLiebe bildete, und mit dem Othem seiner Weisheitbeseelte; so kommt jeder Ankömmling, nicht unbe-reitct, nicht ungerüstet in seine neue Wüste. Aufsein Gesicht sind schon alle die Züge geprägt, dieeinst die Tafel feiner Gesinnungen, seines Gangesund Schicksals seyn werden; in fein Herz sind schonalle die Kräfte gehaucht, die sein Lebensschiff trei-ben sollen; der ganze Knäuel von Lebcnsfaden liegtda, nur vor Menfchenaugen noch unaufgcwickelt undverborgen; die Hand des obersten Vaters allein hatsich cs Vorbehalten, ihn schrittweise zu entwickeln,zu verflechten und zu entflechten, zu knüpfen undzu lösen.

Der Mensch kommt als Kind Gottes auf dieWelt, und soll Zeitlebens Kind Gottes bleiben.

Wenn also, dünkt mich, ein Umstand uns vorden Thron Gottes treiben soll, so ists die Geburteines Kindes auf unsre Erde. Die Decke der Zu-kunft liegt auf ihm, daß es vor den Augen Gotteserscheine, des Hüters, der nicht schlummert, der ein

Auf-