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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
Entstehung
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Rede bei dee Taufe

der

Prinzessin

Luise Auguste Amalie

von

Sachsen - Weimar.

^§ie sind, gnädigste Anwesende, vor dem AngesichtGottes hier gegenwärtig, ihin diese neugeborne Fürst-liche Tochter durch Gebet und Gelübde darzubrin-gen, und sie auf Lebenslang seiner Gnade zu em-pfehlen. Wenn etwas in der Welt uns heilig seynkann: so ist es die Erscheinung eines neugcborneNKindes. Es kommt wie ein Wanderer aus derFremde in eine Fremde; aus einem Lande, das esnicht kannte, an ein anderes Ufer, das ihm nocheben so unbekannt ist.

Die Stunde schlug, und der unerfahtne Wan-derer Mußte ziehen: mit Schmerzen und Unbekann-ten Kräften, wie durch geheime Bande der Allmacht,hinüber gezwungen, hinüber geleitet. Weinen istdie Stimme, womit er das neue Land grüßet, undkein König, sagt die Schrift, hatte einen andernEingang in das Thal der Wolken, der Abwechse-lung von Mühe und Freude. Wie der Gang Got-tes überall in der Natur herrlich ist, aber dunkel,