Christliche Reden und Homilien.
wird sic erwecken und das Welk seiner Hände bil-den, und Ihr Leben seyn lassen eine Summe sei-ner köstlichen Gedanken, Denn wahrlich, wenn einStand der Erde es nöthig hat, daß sich die Krastdes göttlichen Lebensgeistes gleichsam doppelt wapne,so ists der Stand der Fürsten, wo von Jugend undKindheit auf Alles Zusammentritt, ihn, den bilden-den Lebcnsgcist, seines Amts zu entsetzen, statt sei-ner da zU seyn, und ihn der Mühe weiterer Bil-dung zu überheben. Es treten gleich menschlicheBücher an die Stelle des Buchs Gottes, so vielMenschengedanken an die Stelle seiner Gedanken;in weniger Zeit ist Gott und sein Geist völlig un-nütz geworden, verdrängen Und entfernt: das Ge-
bilde des obersten Bildners bleibt unvollendet. Ausseiner Hand gerissen, und desto mehr in den Hän-den der Menschen, in ewigen Windeln, oder garnoch Nicht am Lichte des Tages. Die Tochter un-sers Fürsten ist daran, und Gott gebe, daß sie dar-an bleibe, daß sie sich der Sonne alles Guten undWahren freue, und durch den lebendigen Hauch desGeistes, der sie belebt hat, eine Sprosse der Ge-sundheit an Seele und Leib, eine Blüthe der Ge-rechtigkeit und Unschuld, ein schöner Baum werdein dem Garten Ihres Gottes, an dem er sich freue,an dem sich täglich Ihre Eltern freuen und alle dieIhren und Jedermann, der Sie nnschaut, segneSie im Namen des Herrn, zUm Wohl unsres Lan-des, zum Segen des Landes, dem Sie einst be-stimmt ist, zur Ehre und Freude der Menschheit.Amen.