und HoMilien. LZ
Schatzkammer voll weiser, köstlicher GottcS - Ge-danken.
O daß mir ein Blick vom Strahle unscrs Psalms,und ein Funke seiner durchdringenden Regung wür-de, die Innigkeit zu bezeichnen, mit der der liebendeSchöpfer jede einzelne Menschheit als ein eignes Werkseiner Liebe und Weisheit bildet! Wie er da inseiner dunkeln Werkstätte, wo ihn niemand belau-schen kann, wo er niemanden Rechenschaft gebendarf, als Künstler zählt und forschet, voraus be-denkt und überdenkt, sich als Vater in seinen zubildenden kindlichen Ton versetzt, und jeden Schmerzund jede Freude dieses und keines andern Geschöpfs,jede Kraft und jedes Leiden selbst fühlet! Wie ersich ihm so einzeln und ganz mittheilt, daß cs mitkeinem andern wechseln kann, oder es gehöret sichselbst nicht. Vater- und Mutterzüge fließen zusam-men , aber mit einer Mischung, mit einer gegensei-tigen Verbindung, die kein Auge, kein Geist ver-folget, und in der überall die wunderbare Bestimmt-heit zu einem einzelnen verschiedenen neuen Wesenaus allen Zügen hcrvorlenchtet. So wenig ein Ge-schlecht vom andern, ein Baum von andern Glie-der, Kräfte, Früchte borgen kann: so wenig dieLinde kann zur Eiche sagen: Gib mir von deinemSaft, von deinen Blättern, daß ich noch, was ichbin, bleibe; so ist in der menschlichen Natur, derkunstvollesten und höchsibcstimmtestcn aller Naturen,alles höchst einzeln und unermeßlich, unwandelbarunterschieden. Es ist, als ob der bildende Geist undSchutzgeist des Menschen sich selbst in ihn verwebtund vereinzelt habe, da in ihm zu blühen und zu