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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Christliche Reden

Schoos der Tiefe glaubte, plötzlich sich wie durchein Wunder, durch ein Nichts errettet sieht, waskann er sagen als: Gott ist nah! Gott ist da!seine Hand war's, die den Sarg berührte, seineStimme, die den Tobten ins Leben rief! die Zungehat keine Worte zu danken: der Schauer, der unsdurchgeht, der das Gefühl des nahen Gottes spürt,ist unsre einzige beste Danksagung!

Und o wie oft, eben so leise, eben so stille,naht sich uns der Tritt eines Freundes, findet unsseine Freundschaft! Es kostet ihm nur einen Wink,eine Stimme, ein Berühren des Sarges, und unsreHoffnung lebt, unsre Leiden sind zu Ende. Glück-liche Menschen, denen Gott diese Macht, dieseHand, dies Herz, dies Auge gegeben hat: diesAuge, den Gegenstand des Leidens zu finden, aufdem Gesicht, in der Seele des Leidenden zu lesen,auch ungehörte Seufzer zu Horen, auch von vcrlechz-ten, vertrockneten Thranenqucllen die Spur im In-nern zu fühlen! denen er das schnelle Gefühl, dasweise Herz, das sanfte Erbarmen gegeben hat, sichnicht bitten zu kaffen, nicht mit Borwürfen denGequälten zu martern, noch weniger stumm vor-überzugehen und zu sagen: Hilft dir Gott nicht,so kann ich's noch weniger! denen er die Machtgegeben hat, nur mit einem Wink, einem Anrüh-ren, einem Druck der Hände das kranke Herz zuheilen! Menschen dieser Art sind die Götter undSchutzengel, ja Trostengel der menschlichen Gesell-schaft. Sie wollen keinen Dank, kein lautes Lob:sie thun ihre Wohlthar wie im Vorübergehen, stillund schweigend; sie geben der Mutter ihren Sohnwieder, und nehmen das stille Gefühl mit sich, daß