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Christliche Reden
Vorsehung Gottes; und sagt's uns nicht der Begriffvon Gott? ja die Erfahrung unsers Lebens ? Er,der uns ins Leben rief, sah er nicht jede Noth vor-her, wog er nicht unser Herz ab, die Last, die unSdrücken könnte? setzte er sich nicht in jedes Ge-schöpfes Wesen, seine Empfindung, und gab ihmdas beste Schicksal, das es ertragen konnte! Ver-flocht er nicht die Tage der Menschen zusammen,und übersah sie mit einem Blick- Sicht nicht seinAuge in Einem Alles und Alles in Einem, undseine Hand knüpft und webt Alles zusammen, dasBeste aus dem Bösen? Ja, Ewigfühlender! dusichst mich, du fühlst mich, du erforschest mich!ich sitze oder stehe auf, so weißt du es, du ver-stehst meine Gedanken von ferne. Es ist kein Workauf meiner Zunge, das du nicht wüßtest; du schaf-fest, was ich vor oder hernach thue, du haltest deineHand über mir. Finsterniß ist nicht finster bei dirund die Nacht leuchtet wie der Tag. Deine Augensahen mich, da ich noch unbereitet war, und warenalle Tage auf dein Buch geschrieben, die noch wer-den sollten, ehe derselben einer da war." Gott!deine Gedanken sind köstlich, und deine Empfindun-gen eben so sehr. Sie wurzeln sich in die tiefsteTiefe meines Herzens, mit Seilen der Liebe ziehestdu mich, mit Sonnenstrahlen lenkest du mich zudir. „Du hast mich je und je geliebet, darum hastdu mich zu dir gezogen aus lauter Güte."
O könnte ich euch Jesum darstcllen, wie ermit thcilnehmendcm Gesicht und sanfter Stimmesagt: Äeib, weine nicht! — und auch dieseWorte, wie oft sagt sie uns Gott, auch ehe seine