ser Murren, unsre zu kühnen, unvorsichtigen, ver-geblichen Wünsche. Da stehn wir zuletzt und sagen:„der Herr hat alles wohl gemacht!" oder wie wir'im Liede sagen:
„Wenn Trost und Hüls ermangeln muß,
Die uns die Welt erzeiget:
So kommt und hilft der Ueberfluß,
Der Schöpfer selbst, und neigetSein Baterauge denen zu,
Die sonsten nirgends finden Ruh;
Gebt unserm Gott die Ehre!"
3. Lasset uns den schönen und stillen Äustrittder Hülse Jesu merken: in allen Worten ist einBalsam des Trostes, leise Stimme der Hoffnungund Lehre. Da sie der Herr sähe, jammer-te ihn derselben. Unter allen Weinenden imganzen Traucrzug siel sein Blick zuerst auf die, dieam meisten des Trostes bedürftig war: er fand siein der Menge, und fühlte plötzlich mit ihr Leiden.Es jammerte ihn derselben: ec verstand ohne einWort der Erklärung die ganze Sprache ddr Trau-rigkeit, das ganze mütterliche Angstgefühl auf ihremGesichte, und sprach — er sprach nicht zu ihr:„Warum weinst du? cs ist eine Schande zu wei-nen, für dich, die du an Gott und eine Aufer-stehung der Tobten glaubst!" er sagte ihr nichtleere Trostsprüche vor: daß man nicht weinen, daßein Mensch seine Thrancn bezähmen müsse, daßalle Menschen zum Sterben geboren sind, daßsie auch bald sterben und ihrem Sohn folgen werde— und dergleichen leere Hülsen, die keinen Kernen,leere Schaalen von Trostworten, die dem Betrübten