und Ho Milien.
läßt, ehe sich seine Erbarmung zeigt. Wehe dem,der durch seine Klagen und Unmulh zu früh denHimmel erstürmen will! er erstürmt ihn nicht,er zerreißt sein Herz und sinkt ohnmächtig nieder.„Harre auf den Herrn, meine Seele! du wirst ihmnoch danken, daß er deines Angesichts Hülfe unddein Gott ist! Befiehl dem Herrn deine Wege undhoffe auf ihn, er wirds wohl machen." Seine besteStunde ist nicht immer die deine, denn „seine Wegesind nicht deine Wege, seine Gedanken sind nichtdeine Gedanken." Ost ists der dunkle Weg seinesSchicksals, daß wir den Todtengang aus der Ge-sellschaft des Lebens hinaus fast bis an den Randdes Grabes gehen müssen, ehe die freundliche Stimmesich Horen laßt, die den Quell unserer Thränensanft trocknet: ehe der sanfte unerkannte Tritt deshimmlischen Engels sich naht, der zu unserer Hülfegesandt ist. O wie sonderbar knüpft Gott Zeitenund Umstande an einander! Wie muß sich derGang Christi eben hier im Gedränge des Thors mitdiesem Todtengange begegnen, um einer verlassenenMutter ihren Sohn, und mit ihm die Freude ihresLebens, um einem Jüngling Leben und Jugendwieder zu geben!
Und wer ists , wer ordnete der Menschen Gän-ge ? wer flicht ihre Pfade in einander? Gott ists,der aller Menschen Wege kennt, der den Pfad je-des Menschenlebens lenket. Er bringt zu rechterZeit herbei, auf den wir hofften — oder vielmehrnicht hofften, nicht mehr hoffen konnten. Er be-schämt mit seiner Hülfe unsre leere Erwartung, un-
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