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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Christliche Reden

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lich seyn (V. 19.). Ich kenne also kein würdigeresGebet für mich und andre als: Mache, 0 Gatt,meine Seele fest und stark in der Tugend, lehremich deine Güte schmecken, mache meine Seele weiseund mein Her; tugendhaft und durchaus gutartig,so werde ich glücklich seyn' so wird dein Namegehciliget, dein Reich auf Erden gegründet, deinWille, 0 Vater, vollbracht werden : so sind wir alledeine glückliche Kinder!

Im übrigen bittet Paulus mit Zurückhaltungund Mäßigung (V. 20.) und wer wollte nicht auchso bitten, insonderheit wenn es irdische Bitten be-träfe ? Weisheit und Tugend ist immer unsrer Seelegesund und nützlich; aber ob die Erfüllung unsrerleiblichen Bitten es immer ist, das ist nicht so ge-wiß. Gott kann uns dieses Gebet versagen müssen,und siehe, er giebt uns was anderes und besseres.Er kann überschwenglich thun über al-les, was wir bitten und verstehen. Sehroft, M. Z., haben wirs in unserm Leben gesehn,daß wir Unsinnige mit unsern Wünschen sind, Dingeverlangen, die wirklich uns zum Schaden sind, wirmeinen, wenn wir sie nicht bekommen, wir wollensie erpvchcn, aber zuletzt sehen wirs ein, daß diegütige Vorsehung es gut gemeint, daß sie uns nichtunsern Wunsch erfüllt, diese und jene Bestimmungdes Gebets nicht gab, die wir wollten diesenund jenen Weg nicht führte, der uns im Auge lag.Hin andermal baten wir nicht: cs nahte sich eine

Gefahr, die wir nicht sahen, und konnten also auchnicht um Errettung beten: Gott errettete uns: erthac über alles, das wir bitten und verstehen. Wir