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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
Entstehung
Seite
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und Homilien.

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Freundschaft bis zu Thranen haben rühren kennen:wenn ich etwa eine gute Handlung unter den Men-schen, eine stille Redlichkeit, eine außerordentlichthatige Freundschaft, eine erstaunende Probe vonder Großmuth einer Menschcnseele: wenn ich mirdiese hohen und süßen Bilder von Menschenfreund-schaft und Gutheit der Seele so hoch gedacht undin Aufwallung so hoch geschildert habe, als ich nurkommen konnte: o Gott, so steigt mein Geist aufdie höchste Stufe, ich denke dich! ich bete zu dir:ich beuge meine Kniee vor dir! In dir finde ichdie Sammlung aller Güte, Größe, Voll-kommenheit, den höchsten Grad der Menschen-freundlichkeit und Liebe, den größten Austheiler desGlücks, kurz, den Schöpfer und Erhalter der Welt!

So, o Gott, will ich dich betrachten, so willich dich sühlbn. Wenn alle deine Kinder, die Ge-schöpfe deiner Huld in der ganzen Natur, dich durchein stilles Gefühl preisen, als den Vater über al-les, so will ich meine Stimme vereinigen mit derStimme der Natur wenn ich meine Scelenkrastein der besten Fassung, in der schönsten Heiter-keit fühle, wenn ich am Morgen der wieder-er ufge wachten Natur, auch mein Wesen neubelebt empfinde, wenn ich etwa die ausgehende Mor-gensonne, und das stille Vergnügen des -Frühlingsoder den stillen Schauder der Nacht, oder den stil-len Schatten des Abends mt Vergnügen empfinde:dann, Herr, mit diesem stillen Schauder will ich,ich ohnmächtiger! dich empfinden, ich will dich inder Natur sehen, forschen und aussuchen, und dich

Herders Werke z, Rel, u, Lhevl. IV, E