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Zur Philosophie und Geschichte Theil 16 (1822) Herders Leben
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Herders Leben.

Wenige Geister waren auf die große Weisegelehrt, wie Er. Die meisten verfolgen nur dasSeltenste, Unbekannteste einer Wissenschaft; Er hin-gegen nahm nur die großen Strohme, aber aller Wis-senschaften in sein himmel-piegclndes Meer auf, dasihnen aufgelöst seine Bewegung von Abend gegenLssten aufdrang. Viele werden von der Gelehrsam-keit umschlungen, wie von einem auStrocknendcnEpheei, Er aber wie von einer Trauben-Liebe.Ueberall das Entgegengesetzte organisch -poetisch sichanzueigncn, war sein Charakter; und um das trok-kene Kernhaus eines Lamberts, zog er eine süßeFruchthülle. So verknüpfte er die kühnste Freiheitdes Systems über Natur und Gott mit dem frömm-sten Glauben, bis sogar an Ahnungen. So zeigteer die griechische Humanität, der ec den Namenwieder gab, in der zärtlichsten Achtung aller rein-menschlichen Verhältnisse, und in einem lutherischenZorn gegen alle von Religionen oder vom Staat geheilig-ten Gifte derselben. Wie herrlich, unversöhnlichentbrannte er gegen jede kriechende Brust, gegenSchlaffheit, Selbstzwist, Unredlichkeit und poetischeSchlamm-Weiche, so wie gegen deutsche kritischeRohheit, und gegen jeden Zepter in einer Tatze;und wie beschwor er die Schlangen der Zeit!Aber wolltest du die süßeste Stimme hören, so warcs seine, in der Liebe; cs sey gegen ein Kind oderein Gedicht oder die Musik, oder in der Schonunggegen Schwache."

Wenn er seinen Hamann als einen zür-nenden Propheten, als einen dämonistischen Geistschilderte , und wenn man mit Schmerzen hörte, wie