E h a r a k t e r - Z ü g e.
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heit einige sehe treffend charakterisirende Züge vonHeeder. Er hotte den großen Vortheil voraus, vor-her nie etwas von ihm gelesen zu haben; also nichtden Schriftsteller, sondern den Menschen, so wieer war, hatte er vor sich. „Besonders Sonntagskonnte man ihn so finden" sagt Ritter, „wo erseinem Schöpfer feinnd, ruhte; und den Tagim Schooße seiner Familie verbrachte. Nur Frem-d e durften dann nicht Key ihm seyn. Gleich herr-lich und göttlich erschien er, wenn er, was er sehrliebte, an einem schönen Sommertage eine ländli-che Gegend, z. B das schöne Wäldchen an derIlm, zwischen Weimar und Belvedere besuchte;wohin dann aber, ausser seiner Familie, ihm nurfolgen durfte, wen er ausdrücklich einlud. An sol-chen Tagen dann, den einen oder andern erschiener wirklich wie ein Gott, der von seinen Werkenruhet, nur doch als Mensch, die seinigennicht, sondern die des Gottes selbst, erhebendund preisend. Mit Recht wölbte sich dann überihm der Himmcl zum Dome, und selbst des Zim-mers starre Decke gab nach; aber der Priesterdarin war nicht aus diesem Lande, noch dieserZeit. Zcroastcrs Wort stand auf ihm, und strömteAndacht, Leben, Friede und Freude in die ganzeUmgebung; so wird in keiner Kirche Gott gedient,wie hier, wo sich erwies, daß nicht das Volk,sondern der Priester sie fülle. Hier! — Hierhabe ich gelernt, sagt Richter, was die Natur,der Mensch in ihr, und eigentlich Physik, undwie die letztere Religion unmittelbar sey."
Herders W. z. Phil. u. Gesch. XVI Z Il-r-l, I-eLen.