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Zur Philosophie und Geschichte Theil 16 (1822) Herders Leben
Entstehung
Seite
346
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2^6 Herders Leben.

Mittwoch Vormittag kamen Briefe und Be-richte von den Landgeistlichen, oder sie selbst inPerson, gewöhnlich auch die Landschulmeister mitihren persönlichen Anliegen.

Vom Mittwoch Nachmittag sicngcn die freienStunden zu seinen schriftstellerischen Privatarbeitenan, die aber doch häufig durch kleinere Consistorial-Gcschäfte unterbrochen wurden.

Der Sonnabend Vormittag war wieder zumEmpfang von Briefen und Besuchen von Landgcist-lichcn bestimmt.

Nie hatte er einen vollen Tag ganz für

sich.

Er arbeitete schnell und leicht, schrieb eine rei-ne, deutliche selbst schöne Handschrift, wenn seineFeder nicht wie gewöhnlich, dem raschen Gangseiner Ideen eben so rasch folgen mußte. Geistes-Arbeiten ermüdeten ihn nie, und er war nie heite-rer, als wenn seine Seele ganz von seiner nuszuar-beitenden Idee erfüllt war. Fühlte er den Reizzu Arbeit, durch äussere Umstande, ermatten, somachte er sogleich eine Pause.

Poesie und Musik, waren für ihn höchst an-ziehende Erholungen; er spielte selbst, doch nurselten, einfache Melodien und Ehorale aus demKlavier. Handel, Gluck, Hayden und Mozartwaren seine Lieblinge. Wenn die Ehorschüler vorseinem Hause sangen, so legte er Buch oder Feder