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Charakter-Züge.
In jünger» Jahren ließ er seiner Neigung zurIronie mehr den Zügel schießen, und wurde häufigmißverstanden. Der beschränkte, nicht selten mit Eigen-dünkel erfüllte Kopf mußte sich in der Nahe seinerGeistcsüberlegcnheit, durch seinen versteckt ironischenTon gedrückt fühlen, wo nur die Helle seines Blicksihn überstrahlte. In späteren Jahren, nach man-chen unangenehmen Erfahrungen, enthielt er sichmehr der ironischen Sprache; nur im Umgang mitVertrauten und in der Poesie versagte ec sich dieseWürze des Geistes nicht.
Zwischen Berufs - und eigenen Arbeiten warseine Zeit in Weimar, aus folgende Art eingelhcilt:Sonnabend Nachmittag kamen gewöhnlich zehen biszwölf Akten - Behälter zur nächsten Sitzung desConfistoriums. Da er als vikarirender und spaterals wirklicher Präsident den Vortrag hatte, so mußteec diese Dcliberations-Gegenstände nicht nur ober-flächlich durchgehen, sondern so durchlesen, daß eczu jeder Nummer den etwa zu fastenden Beschlußauf einen besondern Bogen sich aufnotircnkonnte.
Der Montag Vormittag war gewöhnlich nochzu Consistorial - Arbeiten bestimmt. Nachmittags,Erholung, Lektüre, Briefwechsel.
Jeden Dienstag Morgen um 9 Uhr war Sit-zung des Ober-Confistoriums, die gewöhnlich bis!> gegen r Uhr dauerte. Nachmittags konnte er selten
an seinen gelehrten Arbeiten etwas thun: dazu warer gewöhnlich verstimmt! —