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Zur Philosophie und Geschichte Theil 16 (1822) Herders Leben
Entstehung
Seite
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in Eutin, Darmstadt und Straßburg 1770. gZ

In einem seiner Briefe aus Karlsruhe sagtHerder vom verewigten Großherzog Carl Friederich:„Der Markgraf, mit dem ich die erste Viertelstundesprach, ohne ihn zu kennen, suchte mich auf einesehr gute Art, Mittags und Abends zu seiner Unter-haltung auf; und da er der erste Fürst ist, d>n ichganz ohne Fürsten - Miene kenne, so fallen unsreGespräche meistens auf Dinge, dir zur Einrich-tung und Freibeit des menschlichenGeschlechts gehören, und über die ich mich sofrei ausdrücke, als ob ich mit keinem Fürsten spräche,—Ich bin in Karlsruhe von Tag zu Lage mekr mitGnade, insonderheit des Markgrafen ausgezeichnet;aber ich selbst bin in solcher-Zerstreuung und Wüstheitdes Kopfes gewesen, daß im Lesvndrrn Umgang keinMensch aus mir hat klug werden können; nur dieEinsamkeit, der Wald und die Abenddämmerungsind die Sammelplätze meiner zerstreuten Gedankengeworden. Da mich jetzt nichts, was blos für denKopf ist, interessirt, urtheilen Sie wie froh ich war,da ich hier einige Klopstockische Oden fand, die mirneu waren und ganz, ganz Gefühl sind!" —

Bald nach seiner Ankunft in Straßburg, schrieber über seine Lage mit dem Prinzen, an seine Ver-lobte: „Meine hiesige Situation, die mir durchausnicht gefallt, die allen Absichten des Eutiner Hofesund meiner Bestimmung entgegen lauft und michjeden Tag mit empfindlichen Busenstichen krankt,ist eben die Ursache meiner Schwermuth und dieSache laust so, daß ich, ohne ganz aufzuhören ichselbst zu seyn, alles umwerscn muß. Der Ent-schluß ist genommen, die Nvlhwendigkcit ist da und