er, in gewisser Art, die Stelle des, für die Weltund den Grafen zu frühe Verblichenen, ersetzen.Sehr ehrenvoll war dieses für Herder», aber auchbesonders anlockend waren für ihn die Worte desEinladungs-Schreibens: „In der Theologie haben
Sie völlige Freiheit zu lehren, was Sie denken«Ich soll Ihnen auch erklären, daß wenn cs Zeitund Umstande zulassen werden, Sie, auf die Aenße-rung Ihres Wunsches wohl ganz in den weltlichenStand versetzt werden können, wofcrne Sie es wol-len/'— Eine Einwirkung in politische Regicrungs-Geschaste scheint jedoch Herders Absicht nie gewesenzu seyn; da er seinen geistlicheiss/Skand und seinenWirkungskreis als Lehrer und Schriftsteller zu sehrliebte.
Herders Abschied von Darmstadt wird von sei-ner Gattin mit folgenden Worten geschildert: „Am27. August reisten sie von Darmstadt nach Straß-burg ab. Ich sprach ihn noch am Morgen der Ab-reise bey Merk, in dem Augenblick der Trennung,zum erstenmal allein! — Keine Worte bedarfcs hier, wir waren Ein Herz, Eine Seele, die Tren-nung konnte uns nicht trennen!" —
Am folgenden Tag schrieb Herder an DcmoisellcFlachsland aus Heidelberg und am 3 o. aus Karls-ruhe. Die Briefe giengen durch die Hände desKriegsraths Merk , bey dem sich Herder und seineVerlobte am häufigsten sahen.
*) Den damals schon kränklichen Merk brachten Hy-pochondrie und fehlgeschlagene merkancilische Pro-jekte, bald nachher zu einem frühen, gewaltsamenLode.