in Eutin, Darmstadt und Strassburg 1770. 91
vom 1. Febr. 1770, war noch Ruin gelaufen, undkam Herdern erst im Augenblick der ?lbrcise in Eu-tin zu, wo er ihn nicht mehr beantworten konnte.
Er fühlte zwar damals schon das Mißverhält-nis lebhaft, in welches er durch den Oberhvfmcistervon Eappelmann, Key dem Prinzen von Eutin gesetztworden war; getraute sich aber doch in jenem Au-genblick noch nicht, einen so raschen Entschluß zufassen. — Nun, bcv dem Empfang des zweitenBriefes in Darmstadt, mag wohl das Ausammen-sinden mit seiner nachherigen Gattin, für die An-nahme des sehr dringend gemachten und schmeichel-haften Rufes nach Bückcburg entschieden haben.
Am 24. Aug. schrieb er vorlausig zusagend,nach Bückcburg, jedoch unter dem Vorbehalt, sich überdie Zeit seines Amts-Antritts noch naher bestimmenzu dürfen. Auch scheint er sich zugleich einen ver-längerten Aufenthalt in Strassburg, zur Vornahmeeiner Augen-Kur, und nach Verlauf einiger Jahredie Erlaubniß zu einer Reise nach Italien ausbedun-gen zu haben, indem auch diese beyden Punkte ihmin einem rückantwortlichcn Handschreiben des Grafenvom 3 o. Aug. unter sehr schmeichelhaften Ausdrückenzugesichert wurden.
Schon im Jahr 1768, aus Anlaß der Zufrie-denheit des Grafen mit dem literarischen DenkmalHerders für Thomas Abbt, der Freund undtäglicher Gesellschafter des Grafen gewesen war, hatteWestfeld ein sehr verbindliches Schreiben Namensdes Grafen an Herdern erlassen müssen. Nun sollte