in Eutin, Darmstadt und Strafiburg 1770. 87
cinianer an, ohne jedoch Key Hofe damit befondcrnEindruck zu machen
Am i 5 . July 0770 hielt er seine Abschieds-predigt zu Eutin und trat hierauf mit dem Prinzenund dessen Obcrhosmeistcr die Reise wirklich an.
Der Weg gieng vorerst über Hamburg,Hannover, G ö tt i n ge n, E a sse l , Hanau,Darmstad°t, Karlsruhe bis Strafiburg,wo der Prinz den Winter über bleiben sollte.
In Darmstadt, als am verwandten Hofe undwo sich eine Verlobung mit einer dortigen Prinzessinanknüpfen sollte, verweilte der Prinz vierzehen Ta-ge. Hier konnte Herder, ohngeachtet ec Lehrer undKabinctspred-Zer des Prinzen war, nicht an dieHoftafcl gelangen, und war glücklich genug, mitder Gouvernantin der Prmzcfiinnen, DemoisclleRavanell, speißen zu dür'en! — Diese sonder-bare, in neuern Zeiten etwas milder gewordeneHofsitte, sollte ihm zufällig genug, sein künftigeshäusliches Lebens - Glück, seine nachmalige vortreffli-che Gattin zuführen!
Durch Mademoiselle Ravanell wurde ncmlichHerder mir dem dortigen Kriegsrath Merk, inGöthe's Leben trefflich geschildert, und durch diesen,mit dem Geheimen-Rath Heß daselbst bekannt, dereine jüngere ledige Schwester seiner Gattin, einegeborne Flachsland, bey sich auf Besuch hatte.Götbe sagt von diesen beyden Schwestern: „dieGeheime - Räthin von Hefi und ihre Schwester, De-moiselle Flachsland waren Frauenzimmer von selte-nen Verdiensten und Anlagen; letztere, Herders