L6 Herders Leben
Indessen verflossen ihm die wenigen Monatheseines Aufenthalts zu Eutin sehr angenehm in dieseredlen Fürsten - Familie, die das häusliche Glückkannte, und werth war, durch ihre beyde Kinderbeglückt zu werden. Die jüngere Prinzeßin Hed-wig Elisabeth Charlotte, des verstor-
benen Herzogs von Südermannland, Karl Xlll.Königs von Schweden nachherige Gemahlin, schriebnoch im Jahr i 3 n 5 , nach dem Tod? Herders, insehr gnädigen Ausdrücken an seine Wittwe und be-zeugte ihr hohe Achtung für den Verstorbenen.
Die schöne Natur der Umgebungen von Eutin,das frische Grün der Hollsteinischen Wiesen und derUmgang mit vielen edlen Menschen ließen den an-genehmsten Eindruck in ihm zurück: „das schönegrüne Hollste in!" pflegte er immer auszurufcn,wenn er von den dort verlebten frohen Tagen zusprechen ansteng.
In Kiel erwarb er sich die Freundschaft desdurch Wissenschaft und Charakter, besonders durchastronomische Kenntnisse ausgezeichneten, nachmali-gen ErblandMarschalls Grafen von Hahn, anwelchen seine Ode: „Orion" (B. 9. Adrastea r.pag. 426.) gerichtet ist; — und der ihm auch spa-ter noch Beweist seiner fortwährenden Freundschaftgegeben hat.
In der Schloßkjcche zu Eutin predigte er zu-weilen mit vielem Bepfall; doch fehlte es ihm auchdort nicht an Gegnern, unter der Geistlichkeit: derdamalige Hofprediger Wolfs, klagte ihn als So-