in Eutin, Darmstadt und Straßburg 1770. 85
füllen an blos sinnlichen Religions-Ucbungen ver-band: wozu ohne Zweifel die etwas pedantische Un-terrichtsart seines früheren Lehrers Eoriarius-vieles bcygctragen haben mag.
Aber besonders, die Wahl seines Obcrhofmci-stcrs, der mit vielen Eigenheiten, ein zurückhalten-des, ängstliches Wesen verband, war nichtglücklich! —
Herder» konnte dieses nicht entgehen und ohn-geachtct er wohl einsah, daß eine Abänderung kaummehr zu hoffen sei), so konnte er mit seinem Pflicht-gefühl und seinem offenen Eharaktcr ein gänzlichesStillschweigen hierüber nicht vereinigen. Er vertrau-te seine Bemerkungen hierüber einer Freundin derHerzogin», der Hofdame Fraulein Duhamel; alleinder Oberhofmeister war nun einmal da, die Zeitzur Abreise vor der Thür und eine andere Wahlkonnte in dem Augenblick nicht mehr getroffenwerden.
Unter diesen Umstanden konnte er kaum etwasGutes wirken, und da auch selbst der, vom Ober-Hofmeister entworfene Reiseplan, eben so unzweck-mäßig war, als seine Behandlung des Prinzen, soahndete ihm, daß diese Reise nicht gelingen, oderwenigstens nicht lange dauern würde, und bat sichdaher, noch vor der Abreise die Erlaubniß aus:auch wahrend der Reise um seinen Abschied bittenzu dürfen, wenn er sehen sollte, daß seine Gegen-wart nicht mehr von entschiedenem Nutzen für denPrinzen scyn könne.