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Herders Leben
Um allen Aergernissen auszuweichen, und umnichts mehr davon hören zu müssen, ergriff er denraschen, jedoch lange schon in seinem Innern vor-bereiteten Entschluß, eine Reise inS Ausland zuunternehmen.
Sein Hauptzweck dabei) war, wie er seinerGattin in der Folge oft mündlich erzählte: die bestenErziehungs-Anstalten und gelehrten Institute inFrankreich, Holland und Deutschland kennen zu ler-nen und wo möglich auch Italien zu sehen; Keyseiner vorgchabten Rückkehr nach Riga aber, einLieflandisches National - Erziehungs - Institut, unter-stützt von der dortigen Regierung und seinem Gönnerdem Gouverneur von Ca m pe u h a u se n, zu er-richten.
Die Reise war nun einmal dringendes Bedürf-niß seines Geistes und Gemüchs geworden. Er konntedie unwürdigen Schmähungen, die wegen der begon-nenen literarischen Fehde, über ihn ausgegossen wur-den^ in seinem Verhältnis als Geistlicher und Lehrer,in Riga, wo cs ihm auch nicht an Neidern undGegnern fehlte, nicht langer ertragen.
In einem Brief an seine nachherige Gattinschrieb er im Jahr >770. „Ich gjcng nach Riga,dort besaß ich in kurzer Zeit die Liebe der Stadt,die Freundschaft dreyer der würdigsten Männer, dieich kenne; die Hochachtung der originellsten Köpfe,die mir in meinem Leben aufgestoßen sind, und vondenen, und ihrem wunderbaren Zutrauen ich Bücherschreiben könnte: auf der andern Seite den Haß
mehrerer Geistlichen, ohne daß sie doch gegen micheinen Finger regen wollten oder konnten, und dm
schaalen