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Herders Leben
und hinter welchen sich die wahre Empfindung ver-liert , vermied er sorgfältig,
Obgleich er seine Kanzel-Vortrage in Rigajmmer mir Nachmittigs und in einer entlegenenKieme in der Vorstadt hielt, so war sie von denSkadrern, und besonders auch von jungen Leutendennoch sebr häutig besucht. Ein Faktor der Hof-mannischen Buchhandlung zu Weimar, der zu glei-cher Zeit mit Herder in Riga g,wesen war, batjbn in spärern Zeiten, als er sich selbst etablirenwellte, um einen Band seiner Predigten zum erstenVerlag: nannte aber ausdrücklich solche, die er in8u, a gebalten babe. Ferker lächelte und bemerktebaden: „Freilich waren me ne Predigten damals mitjugendlicher Phantasie und Beredsamkeit ausgc-schmück; dergeichen Bütben und Blätter fallennach und nach ab." Von diesen schonen Blüthcnzeugen die treffuchen Worte eurer in Riga gehalte-nen Predigt über die Unsterblichkeit;
„Wir leben nicht für diele Welt allein, Esfommr der Augenblick, da alles von uns genom-men wird, da unsre Freuden und Vergnügungenhinter uns sind, da alle lachende Farben vor unfernAugen sterben, da alles Glück und Hobelt derW>lt sich in Lhranen hüllt, da alle Lorbeeren undF cudcnkränze um unser Haupt verwelken; eskömmt die Zeit, da der Tod uns aus dem Schooßeunsrer Freunde, und von dem Busen unsrer Ge-liebten, und aus den Armen unsrer Kinder, undaus den Planen unsrer irdischen Hoffnungen heraus-rcißcn wird. O! lasset uns machen, daß wir nicht