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Zur Philosophie und Geschichte Theil 16 (1822) Herders Leben
Entstehung
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Herders Lebin

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buch; noch in spatcrn Jahren konnte er die schön-sten Stellen. auswendig deklamiren. Shakespear undDssia» , seine Lieblingsdichter, entwickelten seineeigenthümliche Vorliebe für die einfache rührendeNatnrsprache der Volks-Lieder, deren Keim durchdie morgcnlandischc Poesie in früher Jugend schonin ihm geweckt wurde.

Mit Hamann war Herder in Königsberg ammeisten zusammen. Seine hohe Religiosität undMoralität fand bey ihm stets Nahrung und seintiefsinnig edler Geist zog ihn besonders an, er warund blieb für ihn ein heiliges Wesen! Ihr Brief-wechsel , worin sie sich in der Folge alles Merk-würdige ihres Lebens und Herzens mittheilten, ent-halt die treueste Darstellung ihrer Gesinnungen,Verhältnisse und Schicksale. Hamanns Briefe anHerder sind alle sorgfältig bey seiner Familie aufbe-wahrt; und es ist sehr zu bedauern, daß HerdersBriefe an Hamann nicht mit gleicher Sorgfalt be-handelt wurden nur wenige, aus den frühstenSeiten sollen erhalten seyn. Ein eingelaufener Briefvon Hamann war immer ein Fest für Herder;im Zimmer konnte er dann nicht mehr bleiben, ermußte hinaus in die große, freie Natur seineganze Seele war bewegt, und Freuden-Thräncnglanzten in seinen Augen! Nach seinem Abgangvon Königsberg sah er diesen Freund seines Herzensnie wieder; als Hamann im Begriff war, ihnspater noch in Weimar zu besuchen starb er inMünster an 2r. Juny 1786. Mit diesem Freundeseiner Jugend war ihm viel versunken; im Littern