in Königsberg von 1762 bis 1764. 35
mann, ein origineller Kopf, der damals schondurch mancherley Wetterführungen geprüft, auch alsSchriftsteller zwar bekannt, aber von seinen Zeit-genossen nicht gehörig gewürdiget und nur spätererst — durch Herder, Göthe, Jean Paul Richterund Jakobi mehr empor gehoben wurde. In die-sem Mann fand Herder, was er suchte und be-durfte: ein mitempstndendes, für alles Große undGute glühendes Herz, einen mit den Wellverhalt-nissen vertrauten, an Geist und Gcmüth reichenGenius, an den er sich als Freund für dieEwigkeit entschließen konnte.
Hamann, dessen Brodstudien — Theologieund Rechtswissenschaft — ihm niemals ganz zusag-ten , bekleidete damals gerade in den Jahren rf 63-— 1764 eine unbedeutende Kanzleystelle in seinerVaterstadt Königsberg und beschäftigte sich vorzüg-lich mit der schönen Literatur. Bep seinem regenEifer, studierenden Jünglingen nützlich zu scpn,konnte Herders emporstrebendes Talent ihm nichtlange verborgen bleiben, und nun suchte er gemein-schaftlich mit Kanter, zur Fortbildung dieses auf-keimenden aber schüchternen und uncrfahrnen Geniesbeyzuwicken. Sie lasen zusammen neue und vor-zügliche Werke und durch Ideen-Mittheilung undAuswechslung gegenseitiger Empfindungen mußtesich die Harmonie ihrer Gesinnungen sehr bald ent-wickeln. Besonders die Bekanntschaft der englischenSprache, die Hamann — Key einem langern Auf-enthalt in London sich erworben batte, war Herdersehr willkommen. Mit ihm studiere er diese Spra-che — Shakespears Hamlet, war sein erstes Lese«
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