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Herders Leben
seine künftige Bestimmung. Es war nicht etwa Ver-stellung oder nur ein vorübergehender Eindruck, dennguch später konnte ec nie Lei, ieiner Sektion aus-hcilten , und schon das Sprechen über eine chirurgischeOperation erschütterte sein zartes Nervensystem.
Traurig nachdenkend, was nun aus ibmwerden sollte? begegnete ibm sein alter Schul-freund Emmerich; *) — diesem entdeckte er sei-nen Kummer, seine Abneigung gegen die Wund-arzneykunde, und seinen Wunsch, bey seinem un-veränderlichen Hang zum Studium der Theologiezu bl,iden. Emmerich billigte seinen Vorsatz und
gab ihm den Rath, sich unverzüglich als Akade-miker cinschreiben zu lassen. Seine Zweifel, ober auch wohl hinlängliche Kenntnisse zum Examenhaben würde? wußte ihm Emmerich bald zu be-nehmen; und über seine Besorgniß daß seine,zu 3 Tblr 8 Gr. preußisch Courant bestehendeganze Barschaft — für die Einschreibgebühr kaumhi reichen würde, konnte er ibn mit der Ver-sicherung beruhigen : daß nach Abzug der Jnscriptions-Gebühren selbst noch etwas übrig bleiben würde.N,n> giengcn beyde sogleich zum Prorektor, woEmmerich die Bitte seines Freundes, um einExamen und um Aufnahme a!S Akademiker vor-brachte. Das Examen wurde angesetzt, Herder be-stand mit großem Lob, und erhielt die gewöhn-lichen Zeugnisse; das eine, wegen bestandener Prrp-
*) Damals Kantor bey der Tragheimischen Kirche,nachher Feldprediger und später Dorfpfarrer.