Jugend-Geschichte bis 1762.
»7
Bcylcgen des Gedichts zu Trcscho's Schrift unbe-kannt bleiben, und Niemand nach dem Verfasserfragen würde." —
Eine frühere Begebenheit erzählt Trescho nach,von welcher zweifelhaft ist, ob sie Herder wirklichzugeschrieben werden kann; deren Zusammenstellungjedoch, so wie sie Trescho gibt, das Verhältnis; zwi-schen bevden aufklart. Als Trescho nämlich an ei-nem Sonnabend in den Beichtstuhl trat, fand erdort einen versiegelten Brief liegen , dessen Handschriftihm unbekannt war. Er enthüll wehmütbige Selbst-gesiändnisse der Fehler und Naturverdorbenheit desBriefstellers, nebst einer Erzählung, wie er sonn-tags vorher, durch Trcscho's Predigt inmost wärebetroffen und wie aus dem Schlafe geweckt worden.Trescho hatte nämlich nach Luca VH. 36 — e,2.von dem leichten Weg des Evangeliums Christi, zurSeelenruhe und Besserung zu gelangen, gehandelt,flickst dem Wunsch, auch auf diesem Wege geleitetzu werden, enthielt dieser Brief Ausdrücke der in-nigsten Ueberzeugung von den Wahrheiten der Reli-gion , Klaoen über fehlgeschlagene Versuche, jenenWeg zu betreten und viele gute Vorsätze für dieZukunft. Zugleich wurde darinn gebeten, die Ant-wort eben so verschlossen in de» Beichtstuhl zu legen.Dies; geschah, und erst nach einiger Zeit glaubte TreschoAchnlichkeir mit Herders Handschrift, wenn er flüch-tig schrieb, in jenem Briefe zu entdecken; underwartete nun von einer Zeit zur andern, ob er ibmetwas von den Wirkungen seiner Antwort mündlichoder scbustlich entdecken werde. Allein keines vonbeyden erfolgte, und Treicbo will auch keine Ver-Herders W. z.Phit. u. Gesch. XVI. B Ler-r. XeLen.