i6 HecderS Lebe».
zu Huben — und cs bleibt in jedem Füll höchst be-dauerlich , daß er die Entdeckung der vorzüglichenGeistes-Guben un seinem FumuluS nur erst so spätgemacht Hut! —
„Buld darauf" erzähltTccscho weiter — „fandsich ein neuer Anlaß, das große Talent Herderskennen zu lernen: ich hatte ein Flugblatt, Ge-schichte meines Herzens, an den Buchhänd-ler Kanter in Königsberg zu schicken. Der jungeHerder übernahm das Abschreibcn, Versiegeln undAbsenden desselben. Ein paar Posttage hernachschrieb mir Kanter: er habe in einem Paket einGedicht: „An Eyrus, den Enkel Astya-g cs"*) voll Geist und Salbung gefunden, es so-gleich abgedruckt und mit großem Beysall der Ken-ner ausgegebcn; er bäte mich, ihm den
Verfasser zu nennen: Und wer konnte dieses an-
ders seyn — als Herder? Er langnete es auchnicht, als ich ihn darüber fragte, ward roth —und lächelte! "
Wenn Herder spater an die Bekanntmachungdieses seines ersten Gedichts, als Jüngling von
Jahren erinnert wurde — beklagte er lachlendseine damalige Unkunde der Welt und Menschen.„Er habe fest geglaubt , daß er durch das heimliche
Beylegen
*) AufKaiier Peter Hl. Enkel Peters des Großen an-spielend; der damals Friede mit Preußen gemachtund mehreren nach Sibirien Verwiesenen — dieFreiheit geschenkt hatte. (B. Zr. pag. g8.)