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Zur Philosophie und Geschichte Theil 16 (1822) Herders Leben
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Herders Leben.

zur Nachahmung in der Schule auf, und soll jeder-zeit viel Gutes über ihn prophezeiht haben. DieZahl der Schüler belief sich damals auf dreyßig;doch war Herder unter diesen nicht der Erste, son-dern sein treuer Freund Johann ChristianEmmerich. Auch der nachhei ige Amtmann K r ü-gcr zu Lochstädl, war sein damaliger Schulfreund,der manche Erinnerungen aus Herders Jugend,als Bevtrag zu seiner Lebens-Geschichte lieferte.

So streng er war" pflegte oft Herder vonseinem ersten Schullehrer zu sagen,und so grim-mig er aussah, wie sein Name hieß, so verdankeich jhm doch den Grund meiner Kenntnisse. AufErlernung der grammatischen Regeln hielt er strengund unerbittlich. Jede Lektion, welche cs auchwar, ließ er so lang und oft wiederholen, biswir ihren ganzen Sinn mit Verstand und Gedacht-niß gefaßt hatten. Während dem Hcrsagen derLektionen mußten wir stehen; diese Weise lehrtden Schüler Ehrerbietung gegen den Lehrer und Auf-merksamkeit auf die Lektion. Er forderte Ehrerbie-tung und erhielt sie auch von uns Schülern inhohem Grad; wir zogen schon unsre Hüte ab,so bald wir ihn und seine Wohnung von ferneerblickten. Dagegen bezeugte er auch den Fleißi-gen , ungeachtet seiner strengen Forderungen, ger-ne seine Zufriedenbeit, und zeichnete einige Weni-ge, worunter auch icl, war, dadurch aus, daß eruns auf seine Spaziergänge mitnahm, wo wirihm Ebrcnpreiß und Schlüsselblumche» zu seinemThee, den er täglich trank, suchen m.ufiten. Im-mer sind mir daher Ehrenpreiß - und Schlüssel-