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Zur Philosophie und Geschichte Theil 16 (1822) Herders Leben
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Jugend-Geschichte bis 1762.

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frage nach einem Rothgerbcr die Wohnungseines Schul - Rektors Grimm nachwies; der ihmwahrscheinlich kurz vorher den Rücken roth gegerbthaben mochte.

Der scheue, furchtsame Anstrich in des Kna-ben Herders ganzem Acußerem den er auch inden Jünglingsjahren lange noch beybehielt, magwohl zum Theil eine Folge dieser Schultyranney ge-wesen seyn. Kinder von lebhaftem Geist pflegenzwar unter solchen Verhältnissen wilder, ausgelas-sener und boshafter zu werden; doch Herders guteGemüthsart verhütete diese nachtheilige Folge, diesich bcy ihm mehr in etwas heimlich Grämliches,in Verschlossenheit und Mißtrauen umwandelte, undaus dem Druck, in welchem er zu Hause wiebcy seinen Jugendlehrein gehalten wurde, leicht zuerklären ist.

Ein vortreffliches Gcdachtniß, Nachdenken undscharfe Urtheils - Kraft ließen ihn schnelle undgroße Fortschritte auch im Griechischen, besondersin den letzten Schuljahren machen. Im Lateinischen,worin Grimm besonders gut bewandert war,

bekam auch Herder vorzügliche Fertigkeit. Molden-Hauers deutsche Einleitung in die Alterthümer wurdedamals von Grimms Schülern ins Lateinische über-setzt und an gewissen Tagen die Reden Alexandersaus Curtius deklamirt.

Gegen seinen Schul-Rektor hegte der jungeHerder, aller Strenge ungeachtet, die größte Hoch-achtung; dagegen war auch er dem Knaben ausser-ordentlich gewogen, stellte ihn häufig als Beyspiel