Den ersten Schul-Unterricht genoß er bey deman der Mohrunq'schen Stadtschule damals ange-stellten flrektor Grimm; einem im ehelosenStande, einsam lebenden, finstern, durch blasseGesichtsfarbe und eine schwarze Perücke noch finsterergemachten, zwischen 6» und 7« Jahre alten Manne;der fedoch wegen seines gründlichen Unterrichtsund feiner Rechtschaffenheit , als verdienter Schul-mann , auch lange nach seinem Tode noch bey sei-nen Mitbürgern in Achtung stand. Latein und et-was Griechisch, Geschichte und Erdbeschreibung derJugend beyzubringen, hatte er durch lange Uebunggelernt, doch mehr nur als Gedachtnißsache be-handelt, nicht als Uebung des Urtheils und desVerstandes. Mir Pünktlichkeit, Ordnungsliebe undStrenge, und durch wiederholtes Aussragen desGelernten, wußte er es dahin zu bringen, daßseine Schüler im Examen gut genug bestanden.Auf Veredlung des Herzens und Verfeinerung derSitten konnte er jedoch nur so weit wirken, daßer neben gewöhnlicher Belehrung über die Pflichtender Jugend, nicht die geringste Unsittlichkeitvergab.
Als pedantischer Schulmann, üble er häufigeine übertriebene Strenge, weswegen er seine früherzu Salfeld bekleidete Rektors-Stelle aufgeben muß-te. Ohne Peitsche und Ruthe — als der vermeint-lich wirksamsten Triebfedern einer durchgreifendenSchul - Disciplin — glaubte der gute Mann nichtbestehen zu können: daher die Anekdote eines muth-willigcn Mohrungcr Schulknaben, der einem,mit Kälbcrfcllen beladenen Bauern, auf die Nach-