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Zur Philosophie und Geschichte Theil 16 (1822) Herders Leben
Entstehung
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H e r d c r s L c b c n.

»es der Kinder sich entschuldigen, cs mußte ge-khan wcrdcu. sliur be» einer so strengen Ordnungkoniitcn m>ine Eltern mit ihrer geringen Einnahmeauskommen. Wenn mein Vater mit mir zu-frieden war, so verklärte sich sein Gesicht, ec legteseine Hand sanft auf meinen Kopf und nannte mich:Gottes Friede! dieß war meine größte,süßeste Belohnung. Streng und gerecht in hohemGrade, aber eben so gütmülhig war er; sein ern-stes schweigendes Gesicht mit dem kahlen Schei-tel vergesse ich nie! "

Der Mutter Gesichts - Züge und Charakter:ein schnelles Auffassen des Gehörten, Liebe zurStille, Gutmüthigkeit und herzliche Theilnahmc ander nächsten Verwandten Leiden und Freudenwaren gleichsam als mütterliches Erbtheil auf denSohn übergegangen.

Schon als vierjähriger Knabe verhielt er sichstill und ernst. Laufen, springen oder laut auf-schrepen war seine Sache nicht; nur abgesondertvon andern Kindern, die ihm nicht zusagten, konnteman den kleinen, dicken, rothwanqigten Jungenspielend an der Hausschwclle beobachten. Die pa-triarchalische Lebensart der Familie Herder, die je-den, im Fleiß und Beruf vollbrachten Tag,mit gemeinsamer Absingung eines geistlichen Liedeszu schließen pflegte, machte einen tiefen bleiben-den Eindruck bcy dem Sohne. Noch in späternJahren erinnerte er sich oft mit Rührung und weh-mükhiger Sehnsucht an jenen frommen häuslichenAbendgesang. Ucberhaupt hat die fromme Weiseseiner Eltern, ihr einfacher stiller Lebenswandel,