Jugend-Geschichte bis 1762.
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Jugend-Geschichte Herders, biszum Jahr 1762.
Auch Herders Jugend-Geschichte giebt das im-mer wiederkehrende Resultat: daß unterdrückte Gei-stes - Entwickelung , Kampf mit Bedrängnissen undEntbehrungen — das angcborne Talent nur umso kräftiger Hervorrufen und vielseitiger ausbildcn;den natürlichen Hang des Menschen zur Träg-heit leichter besiegen — und eine anhaltendere Tha-tigkeit zur andern Natur und nützlichen Gewohnheitmachen: während die häufig mißverstandene neuere
Methode, der Jugend alles leichter machen zu wol-len — nicht selten unordentliche, sich selbst zu vielvertrauende, weniger gediegene Menschen bildet.
Seiner Eltern gedachte Herder immer mitfrommer Liebe und Zärtlichkeit, obgleich die Erin-nerung an seine durch Armuth verkümmerte Erzie-hung ihm gewöhnlich nur Schmerzgefühle erregte.
Dem Vater verdankte er vorzüglich das auch vonihm beobachtete Regelmaas strenger Ordnung, welcheser in allen seinen Geschäften stets beobachtete; das ihmfrüher die Erfüllung seiner Pflichten erleichterte undspäter zur angenehmen und nützlichen Gewohnheitwurde. Oft konnte er zu seinen Kindern sagen:tz: „Ach, welch eine andere glückliche Jugend habt ihrvor der meimgen voraus! Bep meinem Vater wa-ren alle häuslichen Geschäfte, so wie die Lektionen, anZeit und Ordnung streng gebunden. Wenn daSGeschäft jetzt gethan werden mußte, so durfte kei-
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