der Sittlichkeit betrachtet.
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Kunst nie ersetzen; nebmt aber dem Dichter bei allenseinen Talenten das Zauberische, das der Finger dermoralischen Grazie heißt; mit aller Kunstbleibt er im Gemeinen. Ein bloßes Spiel sinnlicherEmpfindungen befriediget den Menschen nicht; er will.geistige, sittliche Speise; und von dieser Unvollkom-menes oder Schlechtes dargestellt zu sehen ekelt ihnbald. Gehörter Unterricht, verlachte oder gar gestrafteThorheit ermüden oder erbittern; was sich uns unver-merkt und mit Entzücken anbildet, sind Wahrheit undGüte im Bilde des x^«- 3 -s, edle Schönheit.
7. In jedem Lebensalter hat diese sittliche Grazieihren eignen Namen. In der Kindheit nennenwir ihren Ausdruck naiv; und 0 wie reizend ist dies;kindlich - Schöne, kindlich - Erhabene! Es gicb.t mitEinem oft so viel, ganz aus der Natur des Kindes,ohne Anmaßung, still und mächtig; Eine naive Frageoder Antwort, oder Gcbehrde sagen mehr als tausendWorte. Dieß ist die Knospe der Rose. Sie blühetzur Empfindung auf, die man Senli m e n tnennt: denn nicht einander entgegengesetzt sind diesebeide, Sentiment und Naivetat, sondern Entwicke-lungen Einer Charis. Sentiment entfaltet sich intausend Reizen. Und strebt zur That hinauf, derFrucht der Blume; Worte können diese nur als Blät-ter bekränzen. In ihr selbst, der Frucht, ist wieder-um Saft zu Samenkörnern einer neuen Art; dießsind reife Gesinnungen, schweigend-erhabeneAussichten, Anregungen, Gedanken. So sprechenWeisheit und Andacht; das Erhabenste der Musikist oft eine Pause.
. 8. Komme die Zeit dieses sittli ch-Sch önen
allen mißbrauchten Wissenschaften und Künsten bald!