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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
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420
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4 Zc> IV. Schönheit als Symbol

seiner Kunst also wird sich der wahre Dichter vomUnsittlichen entfernt balten: denn es zerstört den ho-hen ewigen Reiz, den uns auch im spateren Anden-ken seine Muse gewahren soll; die wollüstige Gauke-le») gehet vorüber.

5. Ein höchst-Sittlich cs fodcrt dasDrama, im Trauerspiele sowohl als im Lustspiele.In diesem muß keine Thorheit außer den Grenzendes Ehrbaren spielen, und alle müssen zuletzt derHuldgöttin dienen, die Verstand und Güte, Wohl-anftand und Mcnschcnglückscligkeit verbindet. EineVerstellung des moralischen Gesichtspunkts und Ge-sichtskreises macht das Kunstreichste Gemälde komi-scher Figuren und Situationen unleidlich. Hierüberist unser Gefühl so zart, daß selbst das Genie diebeleidigte moralische Grazie zu versöhnen nicht vermag.Wir verwünschen den Dichter mit seinen verstelltenGestalten Dein hohen Trauerspiel ist das Unsittlichedes Charakters, derFurcht und Mitlcidcn erregen soll,unausstehlich. Menschliche Kehler darf und muß erhaben; ein Unmensch aber, Thor und Bösewicht darfrr nicht scyn, oder der mit Unmcnschlichkeitcn unsquälende Dichter ist der Kur ca würdig.

L>. Gehn alle Künste und Wissenschaften desSchönen auf Bildung hinaus, da sie die Empfin-dung schwingen und beleben, da sie Ideen, Gestalten,Charaktere formen; ist und bleibt sittliche Bil-dung in» ächten Verstände der höchste Punkt mensch-licher Bildung, der alle Seclenkrafte umfaßt undkeine Aeußerung derselben ausschlicßt, so wird hier-über der Ausschlag der Waage ganz Streitlos. Mo-ralien oder die gute Absicht des Dichters und Künst-lers können den Mangel seines Genies oder seiner