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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
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der Sittlichkeit betrachtet. 417

liefere Wirkung. So die Worte der Sprache; dasSymbolische der Laute oder gar der Buchstaben bleibtin einer uns geläufigen Sprache ausserhalb der Seele;diese schaffet und bildet sich aus Worten eine diesenganz fremde, ihr selbst aber eigne Welt, Ideen,Bilder, wesenhafte Gestalten. Führtdiese der Dichter energisch vor, d. i. giebt erunsrer Seele Kraft, sie mit innrer BestandheitZweckhaft vor sich erscheinen zu lassen; wer magihm Grenzen setzen? wer seinem Zaubcrstabe wider-streben? Nicht für den Meifsel oder Pinsel dichteteer, sondern für die innere Kraft der Seele; traurigfür uns und für ihn, wenn er, (wie eine nachbar-liche Poesie es im Gebrauch hat), Wortallegorienhinpflanzt, die der Phantasie kein Bild geben, in-dem Ein Zug den andern zerstöret, oder wenn ermit Buchstaben spricht, als ob sie der poetischenPhantasie Symbole waren. Alle Symbole des Dich-ters von Worten, Tönen und dem Rhythmus anbis zum Abstraktsten seiner Bilder sind ihm Nicht-oder Natur-Symbole; er erfüllet sie mit Leben.

6. Sogleich aber wird sein Werk andrer Art,wenn es vorstellbar seyn soll. Ein AllegorischesDrama ist das kälteste Schattenspiel, worin mitfortgehendem Widerspruch Nichtigkeiten sprechen,Nichtigkeiten handeln. Im Dcame tritt der Dichtrrunter das Gesetz eines andern klarerem Sinnes,des Gesichts, und muß ihm gehorchen.

Herders Werke z.PHÜ.u. Gesch. XV. D d