3Z3 III. Von schonen Wissenschaften
ist Weisheit der Kunst, die sie ausbil-ek. Auch hierhängt die Waage noch ungerecht, indem mir austun sogenannten goldnen Jahrhunderten der Vor;eit,Künsten einen Werth neben, !-n so für uns nichtmehr haben, oder !n Lehre und Uebnng derselb n,Minderheit der Redttrcey und Schreibart ein Ge-päck schleppen, dessin unsre Zeit nicht bedarf, unsreSprache und Verfassung auch nicht einmal leidet.Die Zeit wirds andern.
3. Da unsre See len kr aste nur durchlehrhafte Muster und Hebungen cultivirt werdenkönnen: fo sind der Einbildungskraft sowohl,als dem Verstände, ja der Vernunft selbstschöne, d. i. bildende Wissenschaften und Künsteunentbehrlich. Die Phantasie zu erwecken undin Schranken zu halten, ihr und der Bildungs-kraft menschlicher Gedanken Maas und Gestalteinzupragen, und sie zu gewöhnen, daß sie demVerstände gehorche; durch Muster, Lehre und He-bung die U rtheil s kr a ft zu sichern, daß sie we-der dem spielend-vergleichenden Witz, Noch demspielend - sondernden Scharfsinn , Jenem , wcnner Ungereimtes reimt, Diesem, wenn er das Leben-dige zerpflückt und Fäserchen zupfet, nachgebe, son-dern nach dem Vers tandencn spreche und ur-lheile; die Vernunft endlich vor jenen Träumender Spcculation zu bewahr.n, denen zuletzt nichteinmal ungenannte Wortschemen zum Grunde liegen;dieß Alles kann nur durch Wissenschaften und Künstebewirkt werden, die selbst Form, Vorbild,Muster gewahren, und durch solche eben so un-vermerkt als angenehm bilden. Durch Regeln ohneThal wird wenig in der Welt ausgcrichtet; Form-