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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
396
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3g6' III. Von schönen Wissenschaften

Erste Frage.

Was ist im Menschen cultivabel,d. i. aus bildbar?

Alles, und alles erwartet an ihm diese Aus-bildung. Ohne Cultur war und ist der Mensch nichtetwa nur ein rohes Holz, ein ungeformter Marmor,sondern er ist und wird ein kruturn. Ausgcbildetmüssen in ihm werden

r. Alle Glieder seines vielgebildcten, sovieler Künste fähigen Körpers. Die Künste, die da-zu angewandt werden, nannten alle Volker schöneKünste; sie geben dem Leibe Wohlgestalt und Ge-sundheit, fördern seine Geschicklichkeiten zu Geschickt-heiten, und machen ihn zu tausend fröhlichen undnützlichen Hebungen brauchbar. Der Leib ist einAusdruck der Seele; mit diesem wird jene in allenZugängen ausgcbildet, für welche die Sprache selbstkeinen Namen hat; eine Menge von Mangeln undFehlern in ihr, falsche Urtheile und böse Affektenhangen unerkannt an der uncultivirtcn Trägheit undUngeschicklichkeit des Körpers. In Schriften sogar,geschweige im Reden und Handeln, ist diese sichtbar.Mit welcher Art und Kunst, in welcher Harmonieund Proportion, zu welchen Zwecken endlich, derKörper, schicklich der Person, dem Ort und der Zeit,in der er lebt, ausgebildct werde, diefi ist die Kunstdes Schönen dieser schönen Künste. Barbarische Zei-ten und Völker bilden ihn zu barbarischen Zwackenin barbarischen Künsten; weichlich - lüsterne Zeitenzu Zwecken ihres Gefallens. Je reiner und wirk-samer der Begriff der Menschheit sich gestaltet, destomehr wird man einen Roscius und Histrio, einen