3st6 III. Bon schönen Wisscnschaften
5. Als endlich die Barbarei Platz machen mußte,indem der unter mehrere Stands verbreitete bessereGeschmack keinem einzelnen Stande das Borrecht,allein, dazu falsch und schlecht cultivirtzu seyn, schmeichlerisch weiter gestatten wollte; viel-mehr laut oder thatig gesagt ward: „auch wir sindWillens, uns und zwar zu einem größern Zweck,als ihr im Sinne habt , zu bilden : " da ging vonselbst der Begriff der schöne» , d. i. der bildendenWissenschaften und Künste ins Weitere, Höhere,Freiere, Feinere. Italien und Frankreich als Vor-gängern bar hierin ganz Europa manches zu danken.
6. Mehr aber noch dem erweckten Studiumder Alten und der wachsenden Cultur jederLandessprache in allen Landern. Ein Nest des Bar-barismus wäre es, zu wahnen, daß nur, „um zurschönen Kunst in ihrer ganzen Vollkommenheit, d. i.zur Beredsamkeit und Dichtkunst zu gelangen,Kcnntniß alter Sprachen, Belesenheit der Clas-siker, Geschichte u. f. als Borbereitungen und Grund-lage oder auch als ein Th eil der Produkteder schönen Kunst (Beredsamkeit und Dichtkunst) er-fordert werden." * *) Seit Pctrarka's Zeiten säheman in Italien zuerst, nach und nach auch in an-
Fccht-, Tanz -Rittercxercitien-Lexi-con, verfasset von Walentine Trichtern,Stallmeister der G. A. Universität Götkingen,I7g2. wo sich denn auch die edte Musik, vorzüglichdie Jagdmusik unter Len schönen W isse n sch a f-tcn befindet.
*) S. t'/S'