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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
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des Schönen.

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reine Ideal der menschlichen Natur vollkommener oderin höchster Vollkommenheit darstcllten: Phidias

und Alkamenes, sein Schüler und Mitgehülfe,vorzüglich in männlichen; Praxiteles und L y-sippus in weiblichen oder weicheren Gestalten. DemSkopas,Myron und andern vor Phidiasblieb auch ihr Antheil. Als der Kreis der Gestaltenvollendet war, verlor sich das Ideal nicht in die ge-meine oder Unnatur (dahin konnte es sich aufeiner so festen Basis bey den Griechen nie verlieren),sondern in Glatte und Zierde. Der Geist, der demGeist nichts mehr Hinzuthun konnte, diente dem Kör-per. Inzwischen blieb das Einmal Ekfundene undFestgestellte eine glückliche Tradition der Kunst-schule. Bei wir manchen fehlerhaften Werken desAlterthums schätzen wir dennoch die hohe Idee desWerkes! Der fehlerhafte Künstler erfand diese nicht;sie war da und er mußte sie, wenn auch schlecht,ausführen. Nur mit den Göttern Griechenlands undGriechenland selbst ging dies Ideal, d. i. eine rein-menschliche Kunstbildung unter.

Als nach überwundener Barbarei hölzerner An-dacht und des ehernen Rittergeistes die Kunst wiedererwachte, fand sie sich in einer neuen Welt, in derdie Malerei mit geistigen Idealen leichter undreiner hervortreten konnte, als die Bildnerei mitGestalten. Blickt zu jener Decke hinauf! Angelo'sewiger Vater, seine Sibyllen und Propheten, sindgroße Erscheinungen, wie durch da Vinci undRaphael sich die schöne Seele der Menschheitin neuer Verklarung offenbarte. Jede der Madonnen,fast jede der Gestalten Raphaels ist von einem Geist