II. Vom Ideal
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durchhaucht, der allenthalben, im Widerstrebendenselbst, die Anlage der Mcnschennatur, die man denEngel im Menschen genannt hat, zeiget. Schö-ne Seelengebildc, die sich seitdem in den Kunstschu-len Italiens, Spaniens, Deutschlands u. f. durchSchwarz und Weiß, durch Licht und Farben verviel-fältiget haben; denn Licht und Farben heben gleich-sam das geistigste Daleyn des Menschen empor;Masse und Körper bleiben zurück; die Idee des Men-schen, sein Genius wird sichtbar. Licht und Farbensprechen eine zartere Sprache, als leibhafte Formen,sobald das Auge des Künstlers den Geist seinesGegenstandes zu sehen, seine Hand ihn darzustellcnvermochte. Glücklich ist, wer unpartheiisch und Neid-los in jeder Kunstschule das Höchste zu erfassen undzu schätzen vermag, nach welchem sie strebte, sei'sin der Zeichnung oder Composition, in Farben oderim Geist der Gestalten.
Unterschied des Individuellen und desIdealen.
Seht jenen Kopf des Junius Brutus, unddies vergötterte Haupt Alexanders; dort den Augustund Casar als Menschen, hier als Heroen. Aufden Münzen der Griechen und Römer ist demstumpfsten Auge der Unterschied des Ikvnischenund des Ideals sichtbar. Worinn bestehet dieser?