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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
373
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des Schönen. 3^3

Bildes Bedeutung. Größe, Stellung, Anstund sindhiernach wie nach einem reinen Akkorde dieser oderjener Tonart den Gebilden zugemessen, zugewogen.

3. Hieraus erklärt sich, was man in ihnen diehohe Ruhe, die stille Würde, oder erhab-ne Einfalt zu nennen pflegt und unrecht aus derSittenlehre holet. Es ist die in diese rein - menschli-che Gestaltung gegossene, ihr durchaus entwöhnendeSeele, der Zusammenklang ihrer Glieder. Da näm-lich die Natur den menschlichen Körner symmetrischgcbauet und die Bewegung seiner Kräfte einen An-tagonismus nicht nur beider Seiten gegen ein-ander, sondern in jedem Theil seiner Muskeln undGlieder anvertrauet hat: so ist dieser Zusammenklangeiner harmonischen Disharmonie, wie in einem me-lodischen Rhythmus eben das Seelen hafte, Be-zaubernde, das in der ganzen Stellung der Gestaltzu uns spricht, in uns übergeht, und wie ein Ge-fühl göttlicher Ruhe sich uns mittheilet. Bemerktdas schwebende Gleichgewicht in allen Theilen, in al-len Gliedern. Auf sanfte Gegensätze ist es gebaut,in denen dem Andern Nichts scharf entgegenstrebt,nichts aber auch welket. Freundlich unterstützen sichdie Glieder, von dieser, von jener Seite; Ein Theilspricht zum andern :ich helfe dir, du trägst mich,

bis ich dich ablöse;" sie lieben einander, als Einvon Einem Geist bewegtes Ganzes. Ein «rztvunge-nec Eontrast, ein Widerspruch mit sich und andernist nirgend sichtbar; nie stehen wir auf der Zehspitzeeines peinlichen Strcbens. Woher hat sich diese Ru-he ergossen? Vom Haupt hinab, in Brust undHände, in die ganze Haltung und Stellung desKörpers. Nicht tobte Ruhe ists, sondern ein mit sich