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II. Vom Ideal
2. Ans diesem Oberhaupt, wie aus einem vomHimmel entsprossenen Keim entsprang durchs ganz«Gebilde eine höher'« Harmonie der Glieder. Un-ter der heitern, ebnen, vorgesenkten Stirn trat dieGegend über den Augenbraunen, welche den Griechender Sitz der denkenden Seele war, in ihr bedeuten-des Licht. Die Augenhöhle wölbte sich erhabner; inihr leuchtete ein Volks ruhiges Auge, und sanft floßdie Wange nieder. Unter der Gedankengcgcnd derStirn theilte die Nase das Antlitz, nicht hinausstre-bend, aber breit und scharf; und unter ibr wardder Mund lieblich gebildet. Die eben genannte Formder Stirn, der Wangen und Nase schrankte diesennatürlich zu dem ein, was er im Menschenantlitzseyn sollte, zum Sitz der Svada; das thierisch-Vorragendc, Nahrungsuchcnde, war, da die mensch-liche Lippe ihn umschloß, verschwunden. Ein solchesHaupt und Antlitz gebot dem ganzen Bau der Glie-der. Hals, und Nacke, Schultern und Arme, vor-züglich die erhabne oder sanfte Brust mußten derBedeutung des Antlitzes würdig seyn; mithin wur-den den untern Theilen des Gesichts, die die Sinn-lichkeit ausdrücken, auch die Glieder des Leibes har-monisch. Nüchtern trat der Unterleib zurück und be-schrankte sich zwischen Hüften, die das obere Ver-haltniß der Theile des Gesichts zu den Füßen hinabfortführten. Diese Harmonie der Theile war nicht etwablos eine Zahl-Proportion ihrer Lange und Breite:sie war ein im Geist empfangenes untheilbares Gan-ze , das sich mit jedem Gott, mit jeder Göttin, nachAlter und Charakter modificirt«, sich mithin in jederGestalt eigne Verhältnisse schuf, alle entsprossen ausder Wurzel der Menschheit, dem Haupt, nach des