I. Bom Erhabnen.
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daS erhabne Epiphoncm wird Schwulst; Schwulstaber deckt, wie wir wissen, Wind oder eine Wunde.
Die kritische Schule sondert das Sittliche nachGeschlechtern: „des Mannes Tugend sey erhaben,des Weibes Tugend schön. Sogar die Liebe Jenessey Großmuth u. f." Gegensätze, die die Naturnicht kennet. Hat es nicht Weiber non so erhabnenGesinnungen, von so festen Grundsätzen, als Ge-genseits schwache Männer genug gegeben? und istdie kritische Hcruntersetzung eines ganzen Geschlechtsauch qroßmüthiq - erhaben ? Grundsätze kennen keinenUnterschied des Geschlechts; wohl aber modisicirtsich die Sittlichkeit nach Geschlechtern. Ein unweib-lich Weib ist so widrig, wie der lieblos - großmü-thige Liebhaber.
Die Kritik hat eine Reihe „erhabner" prakti-scher Grundsätze aufgestellt, die bei näherer Ansichtvielleicht nur eitel oder gemein oder sich selbst wider-sprechend sind; z. B.
r. „Handle nur nach derjenigen Maxime, durchdie du zugleich wollen kannst, daß sie ein' allge-meines Gesetz werde. Oder: handle so, als ob dieMaxume deiner Handlungen durch deinen Wil-len zum allgemeinen Naturgesetz werden sollte."Der Satz klingt erhaben und ist nur eitel. ImHandeln bi» ich Thäter des Gesetzes, nicht Wolleroder Gesetzgeber; Befolget- der Naturordnung inmeinem Kreise, nicht Stifter derselben für alle mirunbekannte Bernunftwesen. Je mehr ich mich inmeiner erhabnen Maxime wollend bespiegle,desto mehr unterlasse ich, demüthig nach ihr zu