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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
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349
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I. Dom Erhabnen. 349

Die uns das Vortrefflichste, das Edelste als Ge-sinnung und Tbat, gleichsam als ihre eigne Natur,in mächtig-stiller Wirkung darstellten. Grundsätze,deren Ausführung wir für schwer oder für unmögtlieh hielten, wenn wir sie chne Prunk und Affekta-tion als herrschende Gesinnungen zu einer erhabnenNatur geworden, in ihrer ganze» stillen Kraft er-blicken; sie überraschten, sie erniedrigten uns fürden Augenblick, um uns eben damit auf immerüber uns selbst zu erheben. Zn ähnlichen Fallen,im größten Sturm der Leidenschaften werden unsdiese Götterbilder als Heilbringende leitende Sterneerscheinen, uns mit ihrem Hellen Anblick viel sagend.Diese Gesinnung, sagen sic uns, ist nicht nurmöglich, sondern auch die reinej Natur des Men-schen; sie gewahrt Macht und ist weise, und schaf-fet Seligkeit; sie gebiert inncrn Frieden." Zereiner uns diese Erhabnen erscheinen, je mehr ma-chen sie uns das Schwere leicht, das Unermessenemeßbar.

Das Gefühl des Erhabnen stößt sich an nichtsso sehr, als am Vielen, Vergeblichen, ausNichts zu Nichts, an leerer Anstrengung, ankämpfender Ohnmacht. Wie eine ungeregelte blindeMacht Furcht und Schrecken oder gar Abscheuerregt: so ein Bestreben ohne Weisheit nach einerihm unangemessenen Regel oder gar ohne Zweckund Absicht aus pur-blanker Pflicht, wirkt Ge-ringschätzung, und selbst der gute Wille inäußerster Anstrengung ohne Macht und WeisheitBedauren. Sind jene Drei, die im GrundeEins sind, Macht, Weisheit, Güte in der